Die Empfangstheke – Dreh und Angelpunkt der Praxis

An der Empfangstheke findet der erste Kontakt zwischen den Patienten und dem Personal der Praxis statt. Auch in Büros mit viel Publikumsverkehr bildet die Rezeption den ersten Anlaufpunkt für Besucher oder Kunden. Für Praxen und Büros ist es wichtig, dem Kunden einen positiven ersten Eindruck zu vermitteln. Optimal gestaltete Empfangstheken heißen somit die Patienten oder Kunden willkommen und vermitteln gleichzeitig die Werte der Praxis oder des Büros. Somit repräsentieren Empfangsmöbel die Praxis oder das Büro: Sie tragen zum Image bei. Während vor der Thekenplatte die Patienten stehen, sitzt auf der anderen Seite ein Mitarbeiter der Praxis. Somit ist jede Empfangstheke gleichzeitig auch ein Arbeitsplatz. Also müssen Empfangstheken unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Wie sind Empfangstheken aufgebaut?

Im Grundriss haben diese Empfangsmöbel meistens die Form eines gestreckten Rechtecks. Darüber hinaus erweisen sich Empfangstheken mit einer Grundfläche in Winkel- oder Halbkreisform als funktional. Den oberen Abschluss dieser Empfangsmöbel bildet grundsätzlich die Thekenplatte. Eine Taschenablage in Form eines zusätzlichen horizontalen Elements empfinden viele Patienten als praktisch. Teilweise ist in die Front eine Beleuchtung integriert.

Auf der Seite des Praxispersonals befindet sich immer eine Tischplatte. Je nach Modell stehen verschiedene Staufächer und Schubladen zur Verfügung. Die Tischplatten sind tief genug, um einen komfortablen Computerarbeitsplatz einzurichten.

Somit bieten die Tresen dem Patienten Komfort und hinter der Empfangstheke befindet sich ein vollwertiger Arbeitsplatz für das Personal der Praxis. Während jeder Empfangstresen diesem Grundkonzept folgt, unterscheiden sich die Abmessungen und Materialien dieser Möbel.

Abmessungen und Materialien

Thekenplatte auf der Patientenseite und Tischplatte auf der Personalseite: Dieses Grundprinzip der Empfangstheke bildet sich im Schnitt der Möbel ab. Zwischen 110 und 120 cm liegt die Höhe des Tresens und die Tischplatte hat eine Höhe von circa 70 cm. Während dieser Versprung im Schnitt bei allen Modellen gleich ist, variiert die Länge der Empfangstheken. Die kürzesten Modelle sind ungefähr 130 cm lang und die längsten Modelle messen bis zu 500 cm.

Für diese Art der Rezeption kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Holz findet vor allem mit Beschichtung Verwendung. Außerdem ist Stahl oder Aluminium beliebt. Darüber hinaus ist für eine Empfangstheke auch ein Materialmix denkbar. Da die Oberfläche des Tresens ständiger Beanspruchung ausgesetzt ist, bietet sich hier die Verwendung von kratzfestem Glas an. Bei Modellen mit Beleuchtung besteht die transluzente Abdeckung der Lichtquellen häufig aus Plexiglas. Somit kann eine Empfangstheke aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen.

Empfangstheken Inspiration 2

Die Bedeutung der Beleuchtung für die Rezeption

Besonders wichtig ist die Beleuchtung, wenn sich die Empfangsmöbel in einem Raum mit wenig natürlichem Licht befinden – bei einigen Praxen ist der Empfang in einem innen liegenden Flur integriert. Aber auch in den dunklen Wintermonaten ist ausreichend Licht im Empfangsbereich unbedingt erforderlich und die Thekenplatte sollte jederzeit gut ausgeleuchtet sein. Dabei hat die Beleuchtung von Empfangstheken für Patienten und Praxispersonal eine unterschiedliche Bedeutung.

Für das Personal ist die Empfangstheke ein Arbeitsplatz. Somit benötigen sie ein Arbeitslicht, das die Arbeitsfläche optimal ausleuchtet aber nicht blendet. Im Optimalfall erfüllt die Beleuchtung für die Patienten eine weitere Funktion. Sie erschafft eine angenehme Atmosphäre und wirkt einladend. Nicht nur Form- und Farbgebung beeinflussen die Wirkung der Empfangstheke. Das Lichtdesign ist für Architekten ein wirkungsvolles Mittel der Gestaltung, da das Licht einen großen Einfluss auf die Atmosphäre eines Raums hat. Schon wenige, aber richtig gesetzte Lichtquellen können eine große Wirkung haben. Also profitieren besonders Empfangstheken von einem durchdachten Lichtkonzept.

Unterschiedliche Möglichkeiten der Beleuchtung

Im Bereich der Beleuchtung lässt sich direktes von indirektem Licht unterscheiden. Wände und Decken reflektieren Licht: Diese Art des Lichts nennen Lichtdesigner indirekte Beleuchtung. Um diese Art der Beleuchtung zu erzielen, bieten sich beispielsweise Deckenfluter an. Indirektes Licht nimmt der Mensch als weich wahr. Zudem erzeugt es keine Reflexe, wirft nur minimale Schatten und blendet nicht. Die Schreibtischlampe ist hingegen ein typisches Beispiel für eine direkte Beleuchtung. Da das Licht direkt auf die Arbeitsfläche fällt, ist diese stark ausgeleuchtet. Direktes Licht wirft Schatten und wird von spiegelnden Oberflächen reflektiert. Wenn das Erkennen von Details wichtig ist, ist direktes Licht gefragt. Die meisten Lichtkonzepte kombinieren direktes und indirektes Licht. Auch für eine Empfangstheke ist dieses Konzept sinnvoll.

Bei Empfangsmöbeln ist häufig eine indirekte Beleuchtung integriert. Auf der Vorderseite sorgt sie für ein warmes Licht, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht und Patienten empfängt. Unter der Thekenplatte angebrachte Lichtquellen tauchen die Vorderseite der Empfangstheke in ein dezentes Licht. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Milchglas mit dahinterliegenden Lichtquellen. Durch die Kombination mit lichtundurchlässigem Material entsteht ein reizvoller Kontrast. Statt einer komplett beleuchteten Front ist auch ein schmaler Lichtstreifen direkt über dem Fußboden möglich: Diese Empfangstheken vermitteln ein Gefühl von Leichtigkeit und scheinen zu schweben. Während eine indirekte Beleuchtung sinnvollerweise integriert ist, erfolgt die Ausleuchtung mit direktem Licht am besten über zusätzliche Lampen. Bei Bedarf hängen somit Lampen direkt über der Thekenplatte. Diese sorgen für eine direkte Beleuchtung der Thekenplatte.

Was ist bei der Planung von Empfangsmöbeln zu beachten?

Empfangstheken stehen entweder als Insel frei im Raum oder sie sind integriert. Welche Variante sinnvoll ist, hängt mit den baulichen Gegebenheiten zusammen. Für beide Varianten gilt: Die Proportionen sollten mit dem Gesamtentwurf harmonieren. Freistehende Empfangstheken setzen eine gewisse Raumgröße voraus. Bei kleineren Praxen oder Umbauten erweist sich häufig eine integrierte Variante als vorteilhaft. Durch die geschickte Positionierung der Rezeption trennen Innenarchitekten einen Raum ab – eine winkelförmige Empfangstheke bieten hierbei viele Möglichkeiten. Bei der Planung von freistehenden Modellen sollten Planer die Stromversorgung klären. Im Idealfall weist die Empfangstheke den Patienten bereits auf das Wartezimmer hin. Dann dient der Tresen nicht nur als Orientierungspunkt beim Betreten der Praxis, sondern hilft auch bei der Orientierung des Patienten innerhalb der Praxis. Besonders in größeren Praxen ist unter Umständen ein kleines Leitsystem erforderlich, damit Patienten Behandlungsräume, Laborräume etc. finden und unterscheiden können. Die Empfangstheke sollte dann visuell als zentraler Knotenpunkt dieses Systems erkennbar sein.

Bei der Farb- und Materialwahl ist Fingerspitzengefühl gefragt. Empfangstheken sollten sich klar von der Umgebung absetzen, gleichzeitig dürfen sie nicht wie ein Fremdkörper wirken. Daher nimmt die Gestaltung einer Empfangstheke häufig einen bestimmten Aspekt der übrigen Innenraumgestaltung auf und unterscheidet sich in anderen. Wenn die Innenraumgestaltung beispielsweise auf zwei Farben basiert, könnte die Rezeption eine dieser beiden Farben aufnehmen und zusätzlich eine dritte Farbe ins Spiel bringen. Alternativ ist eine indirekte Beleuchtung der Empfangstheke mit farbigem Licht denkbar.

Empfangstheken Inspiration 1

Auch die Ergonomie von Empfangstheken erfordert sorgfältige Planung. Abstände und Höhen müssen stimmen, damit das Personal mit einer gesunden Körperhaltung arbeiten kann. Ebenfalls sollten Innenarchitekten die Anordnung der unterschiedlichen Arbeits- bzw. Funktionsbereiche bedenken. Stauraum für Büromaterialien ist unbedingt erforderlich. Allerdings ist dieser Stauraum später nur nutzbar, wenn er richtig angeordnet und strukturiert ist. Zudem sollten Architekten an Kabelkanäle und Kabelauslässe denken. Computer, Drucker, Telefon: Auf einer Empfangstheke stehen unterschiedliche Geräte, die einen Stromanschluss benötigen.

Die Beleuchtung sollte ebenfalls bereits in der Planung eine Rolle spielen. Am besten ist sie Teil des Lichtkonzepts der gesamten Praxis. Geschickt gesetzte Lichtquellen können einen großen Effekt haben, allerdings ist hierfür Planung erforderlich.

Die aufgeführten Punkte sind auf Büros übertragbar. Obwohl die Raumstruktur in Büros zumeist eine andere ist, bleiben die Prinzipien gleich. Zu bedenken sind: Größe und Positionierung, eindeutige Erkennbarkeit bei gleichzeitiger Integration in die Raum- bzw Praxisgestaltung, Ergonomie für Kunden und Mitarbeiter, funktionale Strukturierung des Arbeitsplatzes, ausreichende Stromversorgung und Konzept für die Beleuchtung. Bei der Planung von Empfangstheken sind also ganz unterschiedliche Aspekte von Bedeutung. Alle diese Aspekte finden im Idealfall ihre Berücksichtigung im Entwurf der Empfangstheke. Für die Umsetzung des Entwurfs bietet die Maßanfertigung einen großen Gestaltungsspielraum.

Welche Vorteile bieten individuell gefertigte Empfangstheken?

Für die Realisierung einer Empfangstheke gibt es zwei Möglichkeiten: Standardware und die Maßanfertigung. Bei Standardware handelt es sich um industriell gefertigte Konfektionsmöbel. Der Nachteil dieser Möbel besteht in der fehlenden Flexibilität. Sowohl die vorgegebenen Maße als auch die eingeschränkte Farb- und Materialauswahl geben Innenarchitekten nur wenig Freiheit in der Gestaltung. Die beiden vorherrschenden Materialien sind beschichtete MDF-Platten und Stahl, der entweder pulverbeschichtet oder lackiert ist. Bei den Farben stehen meistens nur eine Handvoll RAL-Töne zur Auswahl. Ob diese Materialien und Farben zum Gestaltungskonzept passen, ist fraglich. Hersteller bilden diese Empfangsmöbel auf Referenzfotos daher meistens als frei stehende Inseln im Raum ab: Eine Integration dieser Möbel ist nur bedingt möglich. Auch die Möglichkeiten der Beleuchtung dieser Standardmöbel ist beschränkt.

Eine individuell angefertigte Empfangstheke bietet hingegen viel mehr Gestaltungsfreiheit. Somit entwickelt der Architekt ein Gestaltungskonzept, das den Vorstellungen und Bedürfnissen der Praxis entspricht. Individuell gefertigte Empfangsmöbel passen sich nahtlos in dieses Gestaltungskonzept ein. Da Architekten die Maße selber bestimmen, ist auch der Anschluss an bestehende architektonische Elemente ohne Probleme möglich. Aufgrund der breiten Material- und Farbauswahl können Architekten ihr Gestaltungskonzept detailgetreu umsetzen – sogar die Kombination unterschiedlicher Materialen ist realisierbar. Auch bei der Planung der Beleuchtung eröffnet die Maßanfertigung viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei Umbauten von Praxen oder Büros begrenzt die bestehende Baustruktur den Gestaltungsspielraum des Architekten. Umso wichtiger ist es, dass Gestalter individuell auf diese Vorgaben reagieren können. Mit einer maßgefertigten Empfangstheke ist dies problemlos möglich: Wenn der Entwurf eine Thekenplatte mit einer Länge von 1,73 cm vorsieht, ist das kein Problem. Standardware mit einem solchen Maß gibt es nicht. Diese Freiheit in der Gestaltung ist auch bei Neubauten von Vorteil. Da die Empfangstheke der Dreh- und Angelpunkt jeder Praxis ist, sollten Architekten hier keine Kompromisse bei der Gestaltung eingehen: Die Maßanfertigung durch einen Schreiner eröffnet diese Gestaltungsfreiheit.

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