Die Küche – praktisch und mitarbeiterfreundlich gestalten

Es gibt sie immer noch: die kleine Kaffeeküche, oft schamhaft verborgen in einem dunklen Nebenraum im Betrieb, wo sich die Kolleginnen und Kollegen eben jenes Betriebes rasch einen Kaffee machen, oft mit vorsintflutlichen Kaffeemaschinen oder gar mit Boiler und Kaffeefilter und -kanne, und wo, wenn’s hoch kommt, ein kleiner Elektrokocher steht oder ein Mikrowellengerät, in dem die Leute schnell ‚mal ein Essen warmmachen können. Diese Art „Kaffeeküche“ ist allerdings vom Aussterben bedroht, und das aus mehreren guten Gründen. Erstens: Das Wohlbefinden und damit die Motivation der Mitarbeiter fördert ein solches „Gelass“ in aller Regel nicht. Zweitens: Spätestens dann, wenn der Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter hat, greifen restriktive gesetzliche Regelungen, deren Nichtbefolgung zu ernsthaften arbeits- und versicherungsrechtlichen Problemen führen kann. Eine Firma, die sich mit dem Thema „Mitarbeiterküche“ beschäftigt, sei es, weil ein Neubau ansteht, sei es, weil bestehende Räume zeitgemäß um- oder neu gestaltet werden sollen oder müssen, ist gut beraten, dies nicht unbedacht und auf eigene Faust zu unternehmen, sondern sich professioneller Beratung und Planung zu versichern. Küchen für Mitarbeiter sind keine Nebensache. Es muss nicht gleich die Wunschküche sein, aber eine einfache, billige Küchenzeile tut’s oft nicht. Es macht wenig Sinn, irgendwelche zusammengesuchten Küchenmöbel aufzustellen. Bei näherem Hinsehen ist schnell zu erkennen, warum. Externe Beratung ist, selbst bei kleinen betrieblichen Küchen, immer sinnvoll und häufig dringend anzuraten.Küchen Inspiration 1

Das Betriebsklima entscheidet sich nicht selten in den Küchen

Am Arbeitsplatz selbst sind die Mitarbeiter häufig mehr oder weniger isoliert. Jeder macht seinen Job. Dann kommt die Pause. Wo treffen sich die Leute dann? Natürlich an der Küchenzeile im Aufenthaltsraum oder in der Kantine, sofern vorhanden. Der psychologische Faktor dieser Pausenzeiten, beziehungsweise dessen, was in dieser Zeit geschieht, ist nicht zu unterschätzen. Dort findet häufig das statt, was während der reinen Arbeitszeit naturgemäß wenig Raum einnimmt: Kommunikation. In den Küchen oder Kantinen halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Schwätzchen und tauschen sich aus. Sie essen und trinken an der Küchenzeile nicht nur, sondern besprechen sich, lassen Frust ab, „tanken auf“ für die nächste Schicht und so weiter. Küchen im Betrieb sind letztlich dasselbe wie zuhause, nur dass die Küchenzeile und die Küchenmöbel dort nicht bieten können, was die Küchenzeile in der Firma bietet: die Gelegenheit, sich mit den Kolleginnen und Kollegen abzustimmen. Es geht nicht (nur) um „Gossip“ – das findet dort natürlich auch statt -, sondern vielmehr um ein erholsames, wenn auch kurzes Abschalten, letztlich also um eine Erholung, die das Arbeiten nachher wieder einfacher macht. Küchen sind nachgewiesenermaßen „Power-Räume“, daheim ebenso wie bei der Arbeit. Seine Wunschküche wird dabei von vornherein nicht jeder vorfinden, aber bei entsprechender Planung kann der Arbeitgeber eine Menge dazu tun, damit seine Mitarbeiter dies wenigstens annähernd so empfinden. Eine Kaffeemaschine und ein Zweiplatten-Elektroherd oder eine Mikrowelle reichen nicht aus. Küchen mit externer Planung und Beratung einzurichten, kann da wahre Wunder tun.

Rechtliche Vorschriften für die Einrichtung von Küchen in Betrieben

Abseits der psychologischen und reinen Vernunftgründe dafür, die Planung von Küchen gezielt und professionell anzugehen, gibt es eine Reihe von Rechtsvorschriften, die in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Es wäre auch ungewöhnlich, wenn ausgerechnet dieser Bereich nicht irgendwie rechtlich geregelt wäre. Wenn ein Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter hat, ist er dazu verpflichtet, bestimmte Vorschriften einzuhalten. Ab zehn Mitarbeitern müssen Arbeitgeber beispielsweise Pausenräume bereitstellen. Das sind freilich noch lange nicht Küchen, aber es muss dort möglich sein, Mahlzeiten zuzubereiten, womit wir eben doch wieder beim Thema Küchen sind. Von hier ab wird es deutlich komplizierter: Die Wunschküche an sich ist nicht automatisch amtlich genehmigungsfähig. Stattdessen sind bestimmte Vorgaben einzuhalten. So ist in Küchen laut Arbeitsstättenverordnung und der Arbeitsstättenregel ASR A 4.2 „möglichst ausreichend Tageslicht“ zu gewährleisten. Wie viele andere Vorschriften und Regelungen dieser Art ist auch diese ziemlich schwammig gefasst. Problematisch ist, dass die Auslegung im schlimmsten Fall vor Gericht einer gewissen Beliebigkeit unterliegt. Es ist ein Fall bekannt, in dem ein Gericht einen großen mittelständischen Betrieb dazu verdonnert hat, die Küchen seiner Mitarbeiter komplett umzugestalten. Die Räume mussten an die Außenwände des Betriebsgebäudes verlagert werden, um mindestens über Oberlichter ausreichend Tageslicht zuführen zu können. Bei vorheriger kompetenter Beratung wäre das nicht passiert. Die Folgen waren weitreichende und teure bauliche Veränderungen, die durch richtige Planung hätten vermieden werden können.

Küchen Inspiration 2

Glaube nun keiner, diese oder andere Vorschriften seien nur für mittelständische oder Großbetriebe von Belang: Was passiert zum Beispiel, wenn eine Zahnarzthelferin in der liebevoll eingerichteten Wunschküche des Praxisinhabers ausrutscht und sich verletzt? Unfälle in der „Kaffeeküche“ werden von Arbeitsgerichten oft nicht als Arbeitsunfälle anerkannt – es sei denn, der Verantwortliche kann aufgrund der hoffentlich von einem Architekten vorgenommenen Planung nachweisen, alles unternommen zu haben, um einen solchen Vorfall möglichst zu vermeiden. Ist der Fußboden ausreichend rutschsicher? In diesem Fall offenbar nicht, sonst wäre es kaum zu dem Unfall gekommen.
hygienische Vorschriften sind noch einmal ein ganz anderer Fall, der freilich eher bei größeren Betrieben eine Rolle spielen wird. Im Großen wie im Kleinen sind jedenfalls Beratung und Planung beinahe ein Muss. Küchen und Küchenmöbel dürfen nicht nach eigenem Gusto installiert werden, wenn es um Arbeitsplätze geht. Was größere Betriebe angeht: Küchen und Aufenthaltsräume dürfen nicht weiter als einhundert Meter vom Arbeitsplatz entfernt sein, und sie müssen in allenfalls fünf Minuten zu erreichen sein. Andernfalls sind Schwierigkeiten mit den genehmigenden Behörden vorprogrammiert. Die kleine Arztpraxis – siehe das Beispiel oben – wird das kaum betreffen, aber sobald es sich etwa um ein größeres Betriebsgelände, vielleicht ein Logistikzentrum oder Ähnliches, handelt, spielt das schnell eine Rolle. In dem Fall des oben erwähnten mittelständischen Betriebs kam noch etwas anderes hinzu: Nachträglich stellte sich heraus, dass die Aufzüge zu klein bemessen waren. Das ist zwar kein Problem, das originär mit der Einrichtung von Küchen zu tun hätte, aber es ist immerhin ein Punkt, auf den ein Fach-Architekt durchaus ebenfalls ein Auge richten sollte. Die Küche existiert schließlich nicht für sich allein, sondern ist Teil eines größeren Organismus‘ – und der große Geschirrwagen muss unter Umständen auch in den Aufzug passen!

Wie sollten Küchen in Firmen eingerichtet sein?

Was die Einrichtung von Küchen in Firmen angeht, so gibt es einige grundlegende Überlegungen. Sie sind eigentlich recht einfach. Eine ist: wie viele Mitarbeiter hat die Firma? Wie ist der zur Verfügung stehende Platz beschaffen? Daraus ergibt sich sofort die nachfolgende Frage: Wieviel Raum kann oder muss für die Küche oder die Küchen zur Verfügung gestellt werden? Wieviel Quadratmeter Fläche müssen jedem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden? Wo ist der dafür nötige Raum vorhanden, und wie kann er für diesen Zweck genutzt und gestaltet werden? Die richtigen Antworten kann letztlich nur ein qualifizierter Architekt liefern, der sich allerdings nicht nur mit seinem originären Metier, sondern (siehe oben) auch mit arbeitsrechtlichen Belangen auskennen muss. Irgendwo eine beliebige Küchenzeile aufbauen zu lassen, macht herzlich wenig Sinn. Sehr viel mehr Sinn macht es, wenn ein Architekt sich mit einem erfahrenen Möbelhersteller zusammentut, der, nachdem er alles Wesentliche geplant hat, die Vorgaben zielgenau umzusetzen versteht. Eine Küchenzeile, ob in einem Groß- oder einem Kleinbetrieb, ist im besten Sinne ein Solitär und kann nicht von der Stange erworben und einfach hingestellt werden. Küchenmöbel sollten, wenn der Architekt seine Schuldigkeit getan hat, vom Fachmann gebaut werden. Nur dann ist gewährleistet, dass das optimale Ergebnis erreicht wird, das nicht nur dem persönlichen Wohlgefallen entspricht, sondern auch rechtlichen Maßstäben gerecht wird. Zudem ist natürlich der Möbelhersteller am ehesten in der Lage, auch optisch das gewünschte und erforderliche Ergebnis zu liefern. Zur Optik gehört auch die farbliche Gestaltung. Schon deshalb ist ein individuelles Produkt vom Schreiner gefragt und nicht Massenware, deren Aussehen nicht zu beeinflussen ist. In größeren Firmen existieren häufig Farbleitpläne und sogar farblich angelegte Laufwege. Auch an solchen Details muss sich der Küchen-Fachmann orientieren.

Gute Küchen sind auch eine Frage der Funktionalität

Beratung ist das A und O bei der Gestaltung von Küchen. Eine den Erfordernissen entsprechend gestaltete Küchenzeile bedarf ausreichender Planung. Eine Küchenzeile muss nicht nur optisch ansprechend sein, sondern sie muss auch funktional sein. Küchen sind keine Nebensächlichkeit, keine „quantitée négligeable“, sondern ein wichtiger Knotenpunkt in jedem Betrieb, jeder Firma, jeder noch so kleinen Kanzlei. Wer sich dabei nicht der zur Verfügung stehenden Beratung versichert, geht leicht fehl. Eine Wunschküche und ihre Küchenmöbel zu erträumen, mag eine schöne Wunschvorstellung sein. Professionelle Planung ist auf jeden Fall besser. Was hat es für einen Sinn, irgendwelches Inventar hinzustellen, wenn sich anschließend herausstellt, dass es für die Zahl der Mitarbeiter zu gering bemessen ist, oder wenn sich zuletzt zeigt, dass die geltenden Vorschriften damit nicht erfüllt werden können? Ohne Planung kann die Wunschküche schnell zum Alptraum werden. Die Mitarbeiter und Kollegen stehen sich an Mikrowelle, Elektroherd, Spülmaschine und Kaffeeautomat die Beine in den Bauch, weil die Kapazität nicht ausreicht und alle ungeduldig warten müssen? Oder: Angenommen, an einer Spülmaschine platzt ein Schlauch, und es ergießt sich ein Wasserschwall in die wunderbare Wunschküche. Hat der Architekt daran gedacht, die – vorgeschriebenen – Abflussmöglichkeiten einzuplanen? Das hat alles durchaus mit der Installation einer Küchenzeile zu tun, von lästigen rechtlichen Vorschriften ganz abgesehen. Beratung von Fachleuten, sei es von Architekten, sei es von Möbelherstellern, kann da manche Kalamität vermeiden. Funktionalität bedeutet aber vor allem, durch Planung im Vorhinein sicherzustellen, dass es zu solchen oder anderen Unfällen gar nicht erst kommen kann. Wann kommen die Mitarbeiter? Wann haben sie ihre Pausen? Wie viele Personen müssen im jeweiligen Augenblick Zugang zu den Geräten haben, um sich nicht gegenseitig zu behindern? Genügt es wirklich, einige Mikrowellengeräte aufzustellen? Es gibt nicht wenige Menschen, die liebend gerne auf den Gebrauch der Mikrowelle verzichten möchten. Wäre es nicht sinnvoll, ihnen andere Möglichkeiten zu bieten, ihr Mittagessen – beispielsweise – zuzubereiten? Sind außerdem genügend Geschirrspüler vorhanden? Das und vieles andere sollten Architekt und Möbelhersteller berücksichtigen. In Kleinbetrieben werden Überlegungen dieser Art freilich eine geringere Rolle spielen.Küchen Inspiration 3

Beratung ist in jedem Fall das A und O einer gelungenen Umsetzung

Ob es sich um eine kleine, eine mittelgroße oder auch um eine große Küche handelt: Wenn es darum geht, sie mitarbeiterfreundlich zu gestalten, so dass sich diese Mitarbeiter wohlfühlen, ist es sinnvoll, sich fachmännischen Rat einzuholen und das Vorhaben sorgfältig zu planen. In der Praxis wird sich schnell zeigen, dass sich der organisatorische ebenso wie der finanzielle Aufwand lohnt.

Maßarbeit statt Sammelsurium macht Sinn

Architekten, Arbeitsrechtler, Ergonomen und viele andere können eine Menge zu diesem Thema beisteuern. Im Ernstfall wird es aber bei der Gestaltung einer mitarbeiterfreundlichen Küche immer auch auf die beteiligten Handwerker ankommen. Auch wenn Sie „nur“ eine kleine Bürogemeinschaft, etwa eine Anwaltskanzlei, einrichten oder neu ausstatten wollen, dazu auch eine mitarbeiterfreundliche Küche, empfiehlt es sich auf jeden Fall, externen Rat und Beratung einzuholen. Es wird sich auf jeden Fall lohnen. Ein renommierter Architekt und ein ebenso renommierter Möbelhersteller, mit dem er zusammenarbeitet, kann das bestmögliche Resultat Zustandebringen. Wie der Schreiner kann’s keiner: Ein guter Möbelschreiner stellt nicht einfach Küchenmöbel in den Raum, sondern fertigt passgenau und exakt auf den vorhandenen Raum abgestimmt. So wird kein Platz verschenkt, und alles ist am Ende aus einem Guss.

Was geht, und was nicht geht

In privaten Küchen geht alles, was sich die Besitzerin oder der Besitzer wünscht. In betrieblichen Küchen gibt es dagegen einige No-Goes. Dazu gehören offene Gasflammen und unbehandelte (!) Holzoberflächen, die mit offenen Lebensmitteln in Berührung kommen. Nicht mehr Up-to-Date sind heute Elektro-Kochplatten und selbst Ceranfelder, wegen der Verletzungsgefahr. Der ideale Herd für eine Mitarbeiterküche ist ein Induktionsherd. Ob ein Dampfgarer oder ähnliche neuartige Geräte angeschafft werden sollten, ist umstritten. Da sich viele Leute mit ihnen noch nicht auskennen, ist davon eher abzuraten. Es werde Licht! Auch dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen. War die gute alte Kaffeeküche (siehe ganz oben) früher manchmal ein Ort der Tristesse, achtet der Möbelbauer heute darauf, dass Licht nicht nur das Gemüt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufheitert, sondern auch die Benutzung der Küche insgesamt erleichtert. In immer mehr Schränken und oft sogar in Schubladen werden neuerdings Lampen eingebaut. Der Raumbeleuchtung insgesamt ist ein besonderes Augenmerk zu widmen. Helligkeit hebt bekanntlich die Stimmung und trägt so ebenfalls dazu bei, aus der Küche eine Wunschküche zu machen.

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